Aktuelles zur Hundekrankheit in Norwegen

+++ 01.11.2019: Auf dieser Seite finden Sie Übersetzungen der Veröffentlichungen aus Norwegen. Seit einigen Tagen gibt es Medienberichte zu einem vermuteten Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern. Diese kann ich weder bestätigen noch dementieren, da ich keine näheren Kenntnisse darüber habe. Wenn Ihr Hund an blutigem Durchfall erkrankt ist, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin. Sollten Sie unsicher sein, ob es in Ihrer Umgebung zu gehäuften Krankheitsfällen gekommen ist, kontaktieren Sie am besten das zuständige Kreisveterinäramt. +++

+++ Die kompakten Fragen und Antworten des norwegischen Veterinärinstituts finden Sie hier. +++

Was macht ein Beitrag zu einer Hundekrankheit in Norwegen auf einer Übersetzerseite?

Das will ich zuerst kurz beantworten. Anfang September 2019 veröffentliche zunächst die norwegischen Seite der Tierklinik-Kette AniCura eine Meldung über den Ausbruch schweren Durchfallerkrankung bei Hunden. Die norwegsichen Behörden nahmen sich der Sache an und starteten eine großangelegte Untersuchung der Erkrankungsfälle, die bis heute andauert.

Im Anschluss an die ersten Veröffentlichungen aus Norwegen gab es in der deutschen Presse viele Falschinformationen, aber auch auf den Internetseiten von Hundesportverbänden und vor allem in den sozialen Medien. Obwohl die norwegischen Behörden in kurzen Abständen aktuelle Informationen veröffentlicht haben, hielten sich hartnäckige Gerüchte, zum Beispiel über Reisewarnungen und Ausbrüche auch in Dänemark und Schweden.

Meine Kollegin, von der Facebook-Seite „Fakten zu der Hundekrankheit in Norwegen“ und ich möchten mit unseren Fachübersetzungen zur Veröffentlichung der korrekten Fakten im deutschsprachigen Raum beitragen. Bitte beachten Sie, dass ich nicht die Betreiberin der Facebook-Seite bin! Wenn Sie Fragen zu einer der dort veröffentlichen Übersetzungen haben, stellen Sie sie bitte dort.

Sie möchten eine meiner hier veröffentlichten Übersetzungen für Ihre Homepage, Zeitung, einen Beitrag o.Ä. verwenden? Das dürfen Sie gern tun. Bitte verwenden Sie hierfür eine korrekte Quellenangabe. Über eine kurze Information (zum Beispiel über das Kontaktformular) würde ich mich ebenfalls freuen.

Stand am 17.10.19

Update vom Veterinærinstituttet, 16. Oktober 2019
Veröffentlicht: 16.10.2019 Geändert: 17.10.2019

Das Veterinärinstitut und Mattilsynet halten den Ausbruch der Hundekrankheit für beendet, es gibt jedoch noch kein abschließendes Ergebnis für die Ursache des Ausbruchs. Dass das Bakterium Providencia alcalifaciens bei vielen der erkrankten Hunde gefunden wurde, ist auffällig. Es liegt jedoch noch ein guter Teil Arbeit vor uns, um festzustellen, ob dieses Bakterium zu dem bei diesem Ausbruch beobachteten Krankheitsbild geführt haben kann.

Es ist nicht bekannt, dass dieses Bakterium zuvor so große Ausbrüche mit derart schweren Symptomen bei Hunden verursacht hat und wir konnten für die erkrankten Hunde auch keine Gemeinsamkeiten in Form von Aktivitäten, Bereichen, in denen sich die Hunde aufgehalten haben oder beim Futter feststellen. Deshalb besteht weiter Unsicherheit in Bezug auf eine gemeinsame Ursache oder einen Zusammenhang und wir sind darauf vorbereitet, dass wir vielleicht nie eine gemeinsame Infektionsquelle finden werden. Es wird Zeit brauchen, um herauszufinden, inwieweit Providencia alcalifaciens eine so schwere Darmerkrankung bei Hunden verursachen kann, und dies herauszufinden wird eine der priorisierten Forschungsaufgaben für uns und unsere Partner in der Forschung sein, sagt Jorun Jarp, Bereitschafts- und Sicherheitsdirektorin des Veterinärinstituts.

Die Ganzgenomsequenzierung (Auslesen der DNA) von Providencia-Bakterien zeigte bei bei 14 von 22 untersuchten Hunden eine so nahe Verwandtschaft, dass man eine gemeinsame Infektionsquelle annimmt. Die Befunde der Ganzgenomsequenzierung müssen auch im Zusammenhang mit anderen Faktoren, wie zum Beispiel der Geografie, beurteilt werden. Das Veterinärinstitut arbeitet daran, diese Analysen auszuweiten und nimmt Analysen des Darmgewebes der obduzierten Hunde vor. Außerdem setzt das Institut die bereits begonnene Analyse der Informationen des Mattilsynet über in Frage kommende Hunde fort (epidemiologische Daten).

Normalisierte Krankheitssituation bei Hunden
Das Veterinärinstitut und Mattilsynet schätzten die Lage Ende September so ein, dass der Ausbruch von blutigem Durchfall bei Hunden sich seinem Ende nähert. Die aktive Sammlung von Probenmaterial wurde zu diesem Zeitpunkt beendet. Mattilsynet arbeitet weiter an der Sammlung epidemiologischer Informationen. Das Veterinärinstitut arbeitet an der Genomsequenzierung von Bakterien sowie an speziellen Analysen von Gewebematerial und epidemiologischen Daten, um eventuelle Gemeinsamkeiten zwischen den Fällen ermitteln.

Durchfall, auch blutiger Durchfall, sind ein relativ gewöhnliches Symptom bei Hunden und kann durch viele verschiedene ansteckende und nicht ansteckende Krankheiten verursacht werden. Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, dass einzelne Hunde gelegentlich solche Symptome bekommen. Bei diesem Ausbruch waren es jedoch relativ viele Hunde, die innerhalb kurzer Zeit akut erkrankt sind und das ist nicht üblich.

Infektionsquelle ist weiterhin unbekannt
Wir hoffen, dass wir auf längere Sicht etwas dazu sagen können, inwieweit Providencia alcalifaciens einen Krankheitsausbruch ausgelöst haben kann oder ob es andere relevante Faktoren gegeben hat. Aufgrund des Umfangs und der Komplexität, mit vielen in Frage kommenden Faktoren, ist es leider gut möglich, dass wir keine konkrete Ursache und gemeinsame Infektionsquelle ausfindig machen können, die eine Antworten darauf geben können, was genau die Hunde krank gemacht hat. Dies ist im Zusammenhang mit Krankheitsausbrüchen leider nicht ungewöhnlich, weder bei Tieren noch bei Menschen, sagt Jarp.

Das Bakterium wurde in Norwegen schon früher bei Hunden mit Durchfall nachgewiesen. Die Veterinärhochschule NMBU beschrieb 2005-2006 einen kleineren Ausbruch unter Beteiligung dieses Bakteriums in Norwegen. Dem Veterinärinstitut ist nicht bekannt, dass Providencia alcalifaciens in anderen Ländern mit entsprechenden Ausbrüchen, die dieselben Symptome zeigten, in Verbindung gebracht worden ist.

Das Veterinärinstitut wird von nun an nur dann Aktualisierungen veröffentlichen, wenn es neue Befunde gibt, die weitere Antworten zu den Krankheitsfällen liefern können. Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie außerdem hier.

Wenn Sie Fragen zu den Hinweisen für Hundehalter oder zum Reisen mit Hund haben, finden Sie die gültigen Hinweise auf den Seiten des Mattilsynet.

Quelle: Veterinærinstituttet

Stand am 04.10.19

Anmerkung: Da nicht alle Teile des Updates neue Informationen enthalten, gibt es hier dieses Mal einen Auszug, in dem die zuvor noch nicht veröffentlichten Informationen enthalten sind.

Update vom Mattilsynet am Freitag, 04. Oktober (Auszug):
Mattilsynet erhielt im September viele Meldungen von Tierärzten über Hunde mit blutigem Durchfall. Einige der Hunde sind gestorben, aber die meisten wurden nach einer Behandlung beim Tierarzt wieder gesund. Die Ursache der Krankheitsfälle ist vorläufig nicht bekannt, aber weniger neue Fälle und die Ergebnisse der umfassenden Ermittlung deuten darauf hin, dass es sich nicht um eine Krankheit handelt, die von Hund zu Hund leicht übertragbar ist. Es ist auch klar, dass nicht alle Krankheitsfälle in einen gemeinsamen Zusammenhang gesetzt werden können.

Am 26. September hob Mattilsynet deshalb die allgemeine Empfehlung auf, den Kontakt unter Hunden einzuschränken.

Mattilsynet fordert die Tierärzte nicht länger zur Meldung von Fällen mit blutigem Durchfall auf, die Tierärzte haben jedoch, wie üblich, die Verpflichtung, eine ungewöhnliche Ausbreitung von Krankheiten zu melden. Mattilsynet erhält auch keine laufenden Meldungen über neue, verstreute Einzelfälle von Hunden, die ähnliche Krankheitssymptome zeigen. Es ist wichtig, zu bedenken, dass Durchfall ein ziemlich gewöhnliches Symptom bei Hunden ist, dann jedoch oft mit weniger schwerwiegendem Krankheitsverlauf als bei einigen der Fälle, von denen wir in jüngster Vergangenheit Meldung erhalten haben.

Die Fragebogen-Untersuchung, die Mattilsynet und das Veterinärinstitut an die Tierkliniken verschickt haben, wurde am 30. September beendet. Man geht die Informationen aus der Ermittlung durch und verarbeitet diese weiter, um zu sehen, ob es Gemeinsamkeiten wie Alter, Rasse, Futter, Kontakt mit anderen Hunden, Gegenden, in denen man spazieren geht usw. gibt. Es ist eine umfangreiche Arbeit, die Daten der erkrankten Hunde zu systematisieren und mögliche Gemeinsamkeiten oder Verbindungen zwischen den Fällen zu finden. Es wird breitgefächert nach möglichen Ursachen wie Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten gesucht.


Quelle: Mattilsynet

Stand am 30.09.19

Meim Mattilsynet und beim Veterinärsinstitut gibt es zur Zeit keine neuen Updates. Wie dem Beitrag vom 26.09.19 zu entnehmen ist, wird derzeit vor allem an der Analyse der vielen eingeschickten Proben gearbeitet. Voraussichtlich wird das viel Zeit benötigen. Deshalb sind erst einmal keine täglichen Updates mehr zu erwarten und somit wird es auch hier auf meiner Seite ab jetzt etwas ruhiger zugehen. Sollten neue Erkenntnisse veröffentlicht werden, werden Sie an dieser Stelle auch neue Informationen finden.

Heute gibt es noch einen Artikel, der auf der Seite des Norsk Kennel Klubb veröffentlicht wurde. Er würdigt u.a. die Arbeit der beteiligten Einrichtungen und setzt sich mit der im Netz häufig geäußerten Kritik auseinander, dass alles zu langsam gehen würde:

Endlich können sich die Hunde wieder begrüßen!
Der Zustand für die Hunde in Norwegen normalisiert sich nach vier Wochen Stillstand wieder
Veröffentlicht: 30.09.2019 11:29

– Wir haben etwa 600 Veranstaltungen abgesagt und mehr als 15.000 Hunde und ihre Halter konnten nicht an lang geplanten Aktivitäten teilnehmen, sagt der Verwaltungsdirektor des NKK, Torbjørn Brenna. Nach der Anpassung der Hinweise des Mattilsynet, werden die meisten Aktivitäten zukünftig wie geplant stattfinden.

Der Norsk Kennel Klub möchte die Hundehalter im ganzen Land loben, dass sie schnell dem Hinweis des Mattilsynet nachgekommen sind, Kontakte unter Hunden zu vermeiden, Hunde an der Leine zu führen sowie Ansammlungen von Hunden zu meiden.

– In einer unsicheren Phase war war es wichtig, dass wir die Hinweise der verantwortlichen Behörde Mattilsynet befolgt haben. Wir sehen, dass sowohl unsere Mitglieder als auch andere Hundehalter in hohem Maße die Hinweise befolgt haben, sagt NKK-Tierärztin Maria Kjeldaas Johannessen.

Sie war in den letzten Wochen im Gespräch mit vielen besorgten Hundehaltern und erhielt am Freitag auch Anfragen von Menschen, die unsicher sind, ob es nun sicher ist, wieder zur gewohnten Aktivität überzugehen.

– Viele Hundehalter sind besorgt, da die Behörden noch keine Krankheitsursache abklären konnten, aber es besteht kein Grund zur Skepsis, wo Mattilsynet nun seine Einschränkungen aufgehoben hat, sagt Kjeldaas Johannessen.

Sie betont, dass Mattilsynet nie mit der Gesundheit der Tiere spielt und dass die meisten ansteckenden Krankheiten jetzt im Laufe der Untersuchungen zur Krankheitsursache ausgeschlossen worden sind.

– An den Hinweisen, Kontakt zwischen Hunden zu vermeiden, wurde so lange festgehalten, weil man am besten auf der sicheren Seite ist. Nun empfehlen wir den Hundehaltern, spazieren zu gehen und die Hunde im freien zu bewegen, sie schnuppern zu lassen, dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen und ihr natürliches Verhalten ausleben, sagt die NKK-Tierärztin.

Sie betont gleichzeitig, dass man allgemein aufpassen soll, dass sie nichts fressen, was sie draußen finden, insbesondere keinen Kot oder biologisches Material.

Aktivitäten beginnen wieder
– Der Vorstand des NKK hatte am 9. September beschlossen, alle terminlich festgelegten Veranstaltungen aufgrund der Empfehlungen des Mattilsynet einzustellen, um Ansammlungen von Hunden und den Kontakt zwischen den Hunden zu vermeiden, sagt der NKK-Vorstandsvorsitzende Jan Helge Nordby. Soweit ihm bekannt ist, hat es nie zuvor eine solche Maßnahme gegeben. Der Vorstandsvorsitzende sagt, dass unmittelbar eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen wurde, als Mattilsynet am Donnerstagnachmittag die Empfehlungen für Hundehalter geändert hat, auf der der Beschluss aufgehoben wurde.

– Die NKK-Vereine und -Verbände richten jährlich mindestens 2500 Veranstaltungen aus. Die Prüfungen sind ein wichtiges Instrument in der Zucht und auch ein wichtiger Aktivitätsbereich sowie eine wichtige Einnahmequelle für unsere Vereine, sagt die stellvertretende Direktorin Marianne Ono Njøten.

– Mit über 600 abgesagten Veranstaltungen haben unsere Ehrenamtlichen viel Arbeit – sowohl mit praktischen Dingen als nicht zuletzt auch mit dem Kontakt zu den Haltern von mehr als 15.000 angemeldeten Hunden.

Njøten sagt, dass alle der Situation gegenüber großes Verständnis und eine hohe Flexibilität zeigten, obwohl es für viele der Betroffenen zum Teil große finanzielle Konsequenzen hatte.

Ein großer und professioneller Apparat bei den Behörden
Der Norsk Kennel Klubb betont, dass in den letzten Wochen ein großer Apparat in Bewegung war und möchte allen Involvierten beim Mattilsynet, beim Veterinärinstitut und bei der Tierärztlichen Hochschule NMBU einen besonderen Dank für den – rund um die Uhr – erbrachten Einsatz zum Aufspüren von Ursachen/Zusammenhängen aussprechen sowie dafür, dass Hunde und ihre Halter sicher sein sollen.

– Es gab in der Zeit sowohl Lob als auch Kritik, die an uns und den Umgang der Behörden mit der Angelegenheit gerichtet waren, sagt Verwaltungsdirektor Brenna.

– Die Hunde sind Familienmitglieder und Freunde und es ist den Leuten sehr wichtig, dass sie sicher sind. Es gab genug Frustration darüber, dass die Ergebnisse nicht schneller kamen. Die Tierärzte des NKK waren nah an der Situation dran und haben mit Hintergrunduntersuchungen und Statistiken zur Arbeit beigetragen. Sie sind sich ganz sicher, dass die Arbeit so schnell, effektiv und gründlich durchgeführt wurde, wie überhaupt möglich. Nun sind wir darüber erleichtert, dass wir wieder mit der Normalisierung des Alltags sowohl für die Hunde als auch ihre Halter beginnen können und freuen uns darauf, Mitglieder und Ehrenamtliche auf unseren Veranstaltungen wiederzusehen, schließt er ab.

Quelle: Norsk Kennel Klubb

Stand am 29.09.19

Update vom Norsk Kennel Klub:
Der Artikel wurde am 27. September um 09:00 aktualisiert:
Freitag, den 27. September, hielt der NKK-Vorstand eine außerordentliche Vorstandssitzung ab. Folgender Beschluss wurde gefasst (Protokoll):
78 – Schwere Erkrankung bei Hunden in Norwegen
Vor dem Hintergrund der neuen Empfehlungen des Mattilsynet vom 26.09.19 beschließt der Vorstand, die zuvor gefassten Beschlüsse 64/19, 65/19, 65b/19, 75/19, 76/19 und 77/19 aufzuheben. Diese betreffen:

  • Einstellung terminlich festgelegter Veranstaltungen
  • Keine Entsendung von Teams zu Meisterschaften im Ausland
  • Die Empfehlung, dass Mitglieder nicht an Ausstellungen, Prüfungen usw. im Ausland teilnehmen sollten.

Der Beschluss des Vorstands über eine Rückerstattung von Meldegebühren wird nach den Ausstellungsregeln und den einzelnen Prüfungsregelwerken erfolgen.

Hintergrund:
Der Norsk Kennel Klub befolgte während des gesamten Zeitraums der Erkrankungen die Empfehlungen des Mattilsynet für Hundehalter in Bezug auf das Meidung von Hundeansammlungen. Wir standen während des gesamten Zeitraums in häufigem Kontakt zur Fachabteilung und der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Mattilsynet. Es gab am Donnerstag, den 26. September, Signale, dass eine Aufhebung der Empfehlung zum Meiden von Hundeansammlungen kommen würde. Diese wurde um 20:45 veröffentlicht. Eine Vorstandssitzung für Freitagmorgen wurde unmittelbar einberufen.

Im Zeitraum der Einstellung der Veranstaltungen wurden etwa 250 Veranstaltungen eingestellt, die letzten Veranstaltungen wurden im Sinne der Änderungen des Mattilsynet komplett abgesagt. Davon waren viele Veranstalter und Teilnehmer betroffen. Der Vorstand bittet um Verständnis, dass die Beschlüsse vor dem Hintergrund des jeweils aktuellen Kenntnisstands gefasst wurden und dass alle Beschlüsse so schnell gefasst wurden, wie es praktisch umsetzbar war.

Quellen: Norsk Kennel Klub / Protokoll der NKK-Sitzung vom 27.09.19

Schweden, Dänemark und Finnland:

  • Der Dansk Kennel Klub hebt das Teilnahmeverbot für Hunde aus Norwegen mit sofortiger Wirkung auf. (Stand: 27.09.19)
    Quelle: Facebook DKK
  • Der Suomen Kennelliitto hebt das Teilnahmeverbot für Hunde aus Norwegen mit sofortiger Wirkung auf. Nach Angaben des Suomen Kennelliitto hatte das Ruokavirasto (Äquivalent zum norwegischen Mattilsynet) die Empfehlung, auf Reisen mit Hund nach Norwegen sowie mit Hunden aus Norwegen nach Finnland zu verzichten bereits am 25.09.19 aufgehoben. (Stand: 27.09.19)
    Quelle: Suomen Kennelliitto
  • Der Svenska Kennel Klubben hebt das Teilnahmeverbot für Hunde aus Norwegen zum 01.10.19 auf. (Stand: 27.09.19)
    Quelle: Svenska Kennel Klubben

Mattilsynet
Am 26.09.19 stand in der Auflistung der verstorbenen Hunde auf der Seite des Mattilsynet ein in Schweden lebender Hund, der in Norwegen zu Besuch gewesen war. Dieser Hund steht nicht mehr in der aktuellen Auflistung! Weitere Informationen, weshalb der Eintrag herausgenommen wurde, gibt es auf der Seite zur Zeit nicht.
Quelle: Mattilsynet

Stand am 26.09.2019

Neuigkeiten, Kurzfassung:
– die Empfehlung, den Kontakt zwischen Hunden einzuschränken wird aufgehoben
– man vermutet multifaktorielle Ursache
Providencia alcalifaciens bei ca. 50 erkrankten Hunden festgestellt
– bei bisher 14 Hunden wurde ein nahezu identischer Stamm von Providencia alcalifaciens festgestellt, man schließt daher auf dieselbe Infektionsquelle
– Häufung der Fälle im zentralen Bereich des Østlandet
– man forscht weiter an den zahlreichen eingesandten Proben, es wird weiterhin in verschiedene Richtungen geforscht
– Zahl der Todesfälle nach Provinzen hinzugefügt
– Der NKK hat für morgen, den 27.09.19 um 8:00 eine Sondersitzung einberufen, auf der entschieden wird, wie man anhand der neuen Infos weiter verfahren will.

Das ganze Update vom Mattilsynet:
Update Donnerstag, 26. September: Mattilsynet hebt die allgemeine Empfehlung auf, den Kontakt zwischen Hunden zu begrenzen. Mattilsynet und das Veterinärinstitut erhalten jetzt weniger Meldungen über Hunde mit blutigem Durchfall von den Tierärzten. Es ist auch klar, dass nicht alle Krankheitsfälle in einen Zusammenhang gebracht werden können.

Viele der gemeldeten Erkrankungen stammen aus einigen Provinzen im Østlandet, wo die Hundedichte hoch ist. Das Veterinärinstitut und Mattilsynet denken, das aus diesem Gebiet mehr Hunde erkrankt wären, wenn die Krankheit von Hund zu Hund übertragen worden wäre. Dies gilt auch dann, wenn die Hundehalter die Hinweise von Mattilsynet bisher befolgt haben. Die Informationen, die wir erhalten haben, zeigen auch, dass in den meisten Fällen, in denen mehrere Hunde zusammenleben, nur einer der Hunde erkrankt ist.

Das Veterinärinstitut ist der Ansicht, dass es unwahrscheinlich ist, dass es einen konkreten gemeinsamen Nenner zwischen all den registrierten Fällen von Hunden mit blutigem Durchfall gibt. Dies unterstreicht, dass die Entwicklung der Krankheit multifaktoriell ist. Das bedeutet, dass die Krankheitsentwicklung durch mehrere gemeinsam auftretende Faktoren verursacht wird. Einige er Fälle können auch andere Ursachen haben und kein Teil dessen sein, was wir als Ausbruch ansehen.

Bisher wurde das Bakterium Providencia alcalifaciens bei ca. 50 der an blutigem Durchfall erkrankten Hunde festgestellt. Das Bakterium wurde ebenfalls bei einigen gesunden Hunden nachgewiesen, jedoch in geringerer Menge.

Ein Teil der Proben der erkrankten Hunde wird weiter untersucht, um festzustellen, ob es eine Verwandtschaft unter den Bakterienstämmen gibt, auch wenn die Providencia-Bakterien nahezu identisch sind. Dies wird mit Hilfe einer Methode durchgeführt, die man Ganzgenomsequenzierung nennt.

Bisher hat die Untersuchung bezüglich der Verwandtschaft der Bakterien 14 Fälle von erkrankten Hunden ergeben, die fast identische Bakterien aufwiesen. Die Untersuchungen zeigen auch, dass bei einigen der Hunde Bakterien nachgewiesen wurden, die nicht mit diesen 14 identisch sind. Dies unterstreicht, dass einige der Hunde mit blutigem Durchfall sich an derselben Infektionsquelle angesteckt haben, während andere kein Teil des Ausbruchs sind und sporadisch auftretende Fälle sein können.

Die 14 sind aus dem zentralen Bereich des Østlandet, es wurden aber bisher nur wenige Proben aus dem Rest des Landes untersucht. Es werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um zu sehen, ob weitere Hunde, von denen Proben genommen wurden, identische Bakterien aufweisen.

Das Veterinärinstitut hat in den letzten Wochen große Mengen von Probenmaterial erhalten. Sie werden dort nun in eine neue Phase übergehen, in der die nähere Analyse des Materials Priorität hat. Viele der Untersuchungen, zum Beispiel die Analyse der Verwandtschaft der Bakterien, sind enorm zeitraubend und es wird deshalb in der kommenden Zeit nicht täglich neue Resultate geben.

Das Veterinärinstitut und Mattilsynet arbeiten weiter an der Untersuchung der krankheitsauslösenden Eigenschaften der Bakterien und suchen systematisch nach möglichen Quellen.

Parallel dazu verfolgt und verarbeitet Mattilsynet die Informationen der laufenden Ermittlung, um zu sehen, ob es Gemeinsamkeiten in Bezug auf Alter, Rasse, Fütterung, Kontakt mit anderen Hunden, Gebieten u.Ä. gibt.

Viele der Hundehalter mit erkrankten oder gestorbenen Hunden haben Proben dessen aufbewahrt, was der Hund in den letzten 14 Tagen gefressen hat. Diese kann man weiterhin aufbewahren, so dass man, wenn nötig, Proben davon nehmen kann. Das Futter ist eine von vielen Möglichkeiten, die weiterhin untersucht werden.

[Teile, die keine neue Informtionen enthalten wurden ausgelassen, die Infos sind in den vorherigen Texten einsehbar.]

Die Verteilung nach Provinzen (aktualisiert am Freitag, den 20. September)
[Verteilung der Erkrankungsfälle auf Provinzen ausgelassen, hier gibt es keine Aktualisierung, man findet die Zahlen in den vorherigen Texten.]

Anzahl verstorbener Hunde:
(Bitte beachten Sie, dass es in dieser Übersicht in einer Provinz mehr verstorbene Hunde als berichtete Erkrankungen geben kann. Die Erkrankungsfälle werden über die Fragebögen gemeldet, hierfür benötigen die Tierärzte oft einige Tage. In dieser Übersicht sind verstorbene Hunde aufgeführt, die direkt an Mattilsynet gemeldet wurden, die jedoch noch nicht über die Fragebögen eingegangen sind.)

Rogaland 2, Akershus 7, Møre og Romsdal 2, Aust-Agder 3, Troms 1, Vestfold 7, Buskerud 3, Nordland 1, Sogn og Fjordane 3, Oslo 9, Hordaland 1, Hadmark 3. Zusätzlich ein verstorbener Hund, der in Schweden gelebt hat.

Quellen: Mattilsynet / Norsk Kennel Klub

Stand am 23.09.2019

Seit Freitag (20.09.19) sind 6 neue Meldungen direkt bei Mattilsynet eingegangen. Die Meldungen stammen aus Oslo (1), Nordland (2) und Finnmark (3).

Der NKK erhält die Beschlüsse über das Aussetzen terminlich festgelegter Veranstaltungen sowie der Teilnahme von Teams an Veranstaltungen im Ausland bis auf weiteres aufrecht. Es gibt einige Ausnahmen, die auf der Seite des NKK aufgelistet sind. Hierbei handelt es sich vor allem um verschiedene Jagdhundeprüfungen.

Quellen: Mattilsynet / Norsk Kennel Klub

Stand am 20.09.2019

Neuigkeiten, Kurzfassung:
– man nimmt an, dass insgesamt 43 Hunde verstorben sind
– seit Donnerstag (19.09.) sind 3 neue Fälle direkt an Mattilsynet gemeldet worden
– Verteilung der Meldungen auf die Provinzen veröffentlicht
– Häufung der Fälle in einigen Provinzen im Østlandet
– betroffene Rassen veröffentlich

Das ganze Update:
Update Freitag, 20. September: Seit Donnerstag hat Mattilsynet drei neue Meldungen über Hunde, die ähnliche Krankheitssymptome aufweisen erhalten. Die Fälle stammen aus Akershus und Troms.

Diese Fälle wurden direkt an Mattilsynet gemeldet und nicht über die Fragebögen, die an die Tierärzte verschickt wurden. Die Befragung über die Fragebögen zeigt, dass bisher mindestens 173 Fälle von blutigem Durchfall mit unterschiedlichem Schweregrad, die seit dem 1. August aufgetreten sind. Siehe Übersicht der Provinzen unter „Was wir bisher wissen“.

Bisher sind schätzungsweise 43 Hunde mit ähnlichen Symptomen gestorben.

Die Ermittlungen von Mattilsynet zeigen, dass bei fast 90 unterschiedlichen Hunderassen sich ähnelnde Symptome aufgetreten sind. Siehe Liste unter „Was wir bisher wissen“.

Es ist sehr wichtig, daran zu denken, dass Durchfall ein ziemlich gewöhnliches Symptom bei Hunden ist, dann jedoch oft mit einem weniger schweren Krankheitsverlauf. Er ist nicht immer ansteckend und die Fälle stehen nicht unbedingt in einem Zusammenhang. Es können deshalb nicht alle Meldungen über Hunde mit blutigem Durchfall in einen Zusammenhang gesetzt werden, bevor wir nicht wissen, was die Krankheitsfälle tatsächlich verursacht.

Mattilsynet verfolgt in Zusammenarbeit mit dem Veterinärinstitut mehrere Spuren, in der Hoffnung, die Ursache für die vielen in letzter Zeit aufgetretenen Krankheits- und Todesfälle der Hunde zu finden.

Mattilsynet empfiehlt Hundebesitzern weiterhin, den Kontakt zwischen den Hunden einzuschränken und Hunde an der Leine zu führen, so dass man Kontrolle über sie hat.

Was wir bisher wissen
Wir haben aus allen Landesteilen Informationen über Krankheitsfälle mit ähnlichen Symptomen erhalten.

Durch Fragebögen, die an die Tierärzte geschickt wurden, haben wir gemeinsam mit dem Veterinärinstitut, der Tierärztlichen Hochschule NMBU und den Tierkliniken aktiv Informationen eingeholt. Die Tierärzte senden auch Proben von erkrankten Hunden ein und mehrere gestorbene Hunde wurden obduziert.

Es ist eine umfangreiche und zeitraubende Arbeit, die Informationen über die erkrankten Hunde zu systematisieren und mögliche Gemeinsamkeiten oder Verbindungen zwischen den Fällen zu finden. Zum jetzigen Zeitpunkt wird auf breiter Basis nach möglichen Ursachen wie Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten geforscht.

– Vorläufig gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen den Fällen der erkrankten Hunde in Bezug auf Alter, Rasse, Kontakt mit anderen Hunden, Umgebung, bis darauf, dass viele der Fälle aus einigen Provinzen im Østlandet kommen.
– Die vorläufigen Ergebnisse können auf eine Zunahme von Erkrankungen bei Hunden mit blutigen Durchfall ab ca. dem 20. August diesen Jahres hinweisen.
– Die ersten Einschätzungen der eingeholten Informationen ergaben, dass in den meisten Fällen, in denen mehrere Hunde im selben Haushalt leben, nur ein Hund erkrankt ist. Das kann darauf hindeuten, dass eine mögliche Erkrankung unter Hunden nicht sehr ansteckend ist.
– Das Veterinärinstitut hat 15 Hunde obduziert, die alle dieselben Anzeichen einer blutigen Darmentzündung zeigen. Das Bakterium Providencia alcalifaciens wurde bisher bei zwölf dieser Hunde nachgewiesen. Das Bakterium Clostridium perfringens wurde ebenfalls bei mehreren der Hunde nachgewiesen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man nicht sagen, ob dies die Ursache der Symptome ist.
– Das Veterinärinstitut und Mattilsynet sind der Ansicht, mehrere mögliche Ursachen ausschließen zu können: Parvovirose, Circoviren, Coronaviren, die Parasiten Giardien und Kryptosporidien, Milzbrand, EHEC, Hasenpest (Tularämie), Staupe, die Bakterien Campylobacter und Salmonellen, Hefepilze und Schimmelpilze, Vergiftung mit Rattengift und ähnliche spezifische Vergiftungen (schließt nicht alle Arten von Toxinen ein, die natürlich vorkommen können). Algenvergiftung und durch Zecken übertragene Erkrankungen sind auch unwahrscheinlich.

Die Verteilung nach Provinzen
Hier folgt die Anzahl der Fälle, die über die Fragebögen gemeldet wurden, nach Provinzen eingeteilt. Beachten Sie bitte, dass es einen Unterschied zwischen den Zahlen der neuen, laufend direkt an Mattilsynet gemeldeten Fälle und den Fragebögen geben kann, unter anderem in Bezug auf den geografischen Bereich – je nachdem, ob der Fall über den behandelnden Tierarzt oder die Provinz des Hundehalters erfasst wurde.

Erkrankungsfälle
Oslo 56, Akershus 27, Østfold 6, Hedmark 14, Oppland 2, Buskerud 16, Vestfold 3, Telemark 5, Rogaland 2, Vest-Agder 5, Aust-Agder 9, Hordaland 2, Møre og Romsdal 6, Sogn og Fjordane 2, Trøndelag 8, Nordland 3, Troms 4, Finnmark 3.

Betroffene Rassen
Alaskan Husky, American Akita, American Cocker Spaniel, Austrailan Shepherd, Australian Terrier, Basset artésien normand, Beagle, Belgischer Schäferhund, Berner Sennenhund, Bichon Frisé, Havaneser, Mischlinge, Border Collie, Boston Terrier, Cairn Terrier, Cavalier King Charles Spaniel, Chihuahua, Cocker spaniel, Langhaarcollie, Dackel, Dansk-Svensk Gårdshund, Zwergdackel, Zwergpudel, Zwergpinscher, Zwergschnauzer, Elchhund, English Cocker Spaniel, English Setter, English Springer Spaniel, English Toy Terrier, Eurasier, Finnischer Lapphund, Finnischer Spitz, Flatcoated Retriever, Französische Bulldogge, Glen of Imaal Terrier, Golden Retriever, Gordon Setter, Großer Schweizer Sennenhund, Husky, Irish Setter, Islandhund, Italienisches Windspiel, Jack Russel Terrier, Japan-Spitz, Jämthund, Kaninchendackel, Chinesischer Schopfhund, Labrador, Lhasa Apso, Lundehund, Malinois, Malteser, Miniature Australian Shepherd, Mops, Norwegischer Elchhund grau, Norwegischer Lundehund, Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Papillon, Petit Brabançon, Phalene, Zwergspitz, Portugiesischer Wasserhund, Pudel, Rottweiler, Saarlooswolfhund, Deutscher Schäferhund, Shapendoes, Shetland Sheepdog, Siberian Husky, Shitzu, Spanischer Wasserhund, Springer Spaniel, Stafforshire Bullterrier, Großpudel, Schweizer Sennenhund, Schwedischer Lapphund, Tibet-Spaniel, Toller, Toypudel, Volpino Italiano, Deutsch Kurzhaar, Weimaraner, Whippet, Working Cocker Spaniel, Yorkshire Terrier, Ostsibirischer Laika.

Quelle: Mattilsynet

Stand am 19.09.2019

Update von Mattilsynet
Kurzfassung:
– 173 Fälle über die Fragebögen eingegangen
– 15 Hunde wurden obduziert (davon 12 Hunde mit Nachweis von Providencia alcalifaciens und einige mit Nachweis von Clostridium perfringens)
– seit Dienstag (17.09.) sind 6 neue Fälle direkt an Mattilsynet gemeldet worden, einer dieser Hunde ist gestorben
– Meldungen sind jetzt aus allen Landesteilen eingegangen

Das ganze Update:
Update Donnerstag, 19. September: Seit Dienstag hat Mattilsynet sechs neue Meldungen über Hunde, die ähnliche Krankheitssymptome aufweisen erhalten. Einer dieser Hunde starb. Die Fälle stammen aus Oppland, Østfold, Finnmark und Akershus. Mattilsynet hat somit nun Meldungen aus allen Landesteilen erhalten. Diese Fälle wurden direkt an Mattilsynet gemeldet und nicht über die Fragebögen, die an die Tierärzte verschickt wurden.

Die Befragung über die Fragebögen zeigt, dass bisher mindestens 173 Fälle von blutigem Durchfall mit unterschiedlichem Schweregrad, die seit dem 1. August aufgetreten sind-

Es ist sehr wichtig, daran zu denken, dass Durchfall ein ziemlich gewöhnliches Symptom bei Hunden ist, dann jedoch oft mit einem weniger schweren Krankheitsverlauf. Er ist nicht immer ansteckend und die Fälle stehen nicht unbedingt in einem Zusammenhang. Es können deshalb nicht alle Meldungen über Hunde mit blutigem Durchfall in einen Zusammenhang gesetzt werden, bevor wir nicht wissen, was die Krankheitsfälle tatsächlich verursacht.

Die vorläufigen Einschätzungen, basierend auf der Diagnosestatistik der Tierkliniken, zeigen, dass es ca. seit dem 20. August diesen Jahres einen deutlichen Anstieg von Fällen mit blutigem Durchfall gab. Es sieht jetzt danach aus, als sei die Zahl der Fälle rückläufig. Es besteht hierüber jedoch eine gewisse Unsicherheit, da es auch an fehlenden oder rückläufigen Meldungen an Mattilsynet und das Veterinärinstitut liegen kann.

Mattilsynet hat 15 Hunde obduziert, die alle dieselben Anzeichen einer blutigen Darmentzündung zeigen. Das Bakterium Providencia alcalifaciens wurde bisher bei zwölf dieser Hunde nachgewiesen.

Man arbeitet weiter an der Auswertung der Fragebögen, wobei gleichzeitig laufend neue Antworten eingehen.

Mattilsynet verfolgt in Zusammenarbeit mit dem Veterinärinstitut mehrere Spuren, in der Hoffnung, die Ursache für die vielen in letzter Zeit aufgetretenen Krankheits- und Todesfälle der Hunde zu finden.

Mattilsynet empfiehlt Hundebesitzern weiterhin, den Kontakt zwischen den Hunden einzuschränken und Hunde an der Leine zu führen, so dass man Kontrolle über sie hat.

Was wir bisher wissen

– Vorläufig gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen den Fällen der erkrankten Hunde in Bezug auf Alter, Rasse, Kontakt mit anderen Hunden, Umgebung u. Ä.

– Die ersten Einschätzungen der eingeholten Informationen ergaben, dass in den meisten Fällen, in denen mehrere Hunde im selben Haushalt leben, nur ein Hund erkrankt ist. Das kann darauf hindeuten, dass eine mögliche Erkrankung unter Hunden nicht sehr ansteckend ist.

– Das Bakterium Clostridium perfringens wurde ebenfalls bei mehreren der Hunde nachgewiesen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man nicht sagen, ob dies die Ursache der Symptome ist.

– Das Veterinärinstitut und Mattilsynet sind der Ansicht, mehrere mögliche Ursachen ausschließen zu können: Parvovirose, Circoviren, Coronaviren, die Parasiten Giardien und Kryptosporidien, Milzbrand, EHEC, Hasenpest (Tularämie), Staupe, die Bakterien Campylobacter und Salmonellen, Hefepilze und Schimmelpilze, Vergiftung mit Rattengift und ähnliche spezifische Vergiftungen (schließt nicht alle Arten von Toxinen ein, die natürlich vorkommen können). Algenvergiftung und durch Zecken übertragene Erkrankungen sind auch unwahrscheinlich.

Quelle: Mattilsynet

Stand am 18.09.2019

Der NKK hat das Protokoll der außerordentlichen Sitzung vom 17.09. veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass bisher 29 Hunde an den Folgen der Erkrankung gestorben sind.

Quelle: Protokoll der Sitzung des NKK vom 17.09.19

Stand am 17.09.2019

Update von Mattilsynet & Veterinærinstituttet
Seit Montag hat Mattilsynet sieben neue Meldungen über Hunde, die ähnliche Krankheitssymptome aufweisen erhalten. Zwei dieser Hunde starben. Diese Fälle wurden direkt an Mattilsynet gemeldet und nicht über die Fragebögen, die an die Tierärzte verschickt wurden.

Derzeit als sehr wahrscheinlich ausgeschlossen werden: Parvovirose, Circoviren, Coronaviren, die Parasiten Giardien und Kryptosporidien, Milzbrand, EHEC, Hasenpest (Tularämie), Staupe, die Bakterien Campylobacter und Salmonellen, Hefepilze und Schimmelpilze, Vergiftung mit Rattengift und ähnliche spezifische Vergiftungen (schließt nicht alle Arten von Toxinen ein, die natürlich vorkommen können). Algenvergiftung und durch Zecken übertragene Erkrankungen sind auch unwahrscheinlich.

Quellen: Mattilsynet / Veterinærinstituttet

Update vom NKK
Der Vorstand hat beschlossen, den Vorstandsbeschluss Nr. 75 über die Einstellung der Teilnahme an allen terminlich festgelegten Veranstaltungen sowie die Teilnahme mit Teams im Ausland bis auf weiteres zu verlängern. Nach Rücksprache mit Mattilsynet wird eine Ausnahme für folgende Prüfungsarten gemacht:
[Anm.: Die Prüfungen sind im Original aufgelistet, es handelt sie überwiegend – aber nicht ausschließlich – um Prüfungen für Jagdhunde.]

Hintergrund:
Am Dienstag, den 17. September um 14:30 aktualisierte Mattilsynet seine „Empfehlungen für Hundehalter“ wie folgt:

Es gibt folgende Änderungen (kursiver Text):
· Schränken Sie den Kontakt mit anderen Hunden ein, aber sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund den Auslauf und die Bewegung bekommt, die er benötigt.
· Ansammlungen von Hunden sollten gemieden werden, außer sie werden auf solche Weise veranstaltet, die den Kontakt unter den Hunden einschränkt.

Quelle: Norsk Kennel Klub

Stand am 16.09.2019

Ein kurzes Update vom Mattilsynet. Es sind weitere Erkenntnisse hinzugekommen, was als Ursache der Erkrankung wahrscheinlich auszuschließen ist: Staupe, Circoviren, Coronaviren, EHEC, Hefepilze und Schimmelpilze.

Stand am 15.09.2019

Die Krankheit zeigt sich als blutige Darmentzündung mit teilweise rapidem Verlauf. Es wurde berichtet, dass die Krankheit unbehandelt innerhalb von 24 Stunden tödlich enden kann. Erhält der Hund rechtzeitig eine Behandlung, stehen die Chancen jedoch deutlich besser, dass er wieder gesund wird.

Aktuell wird von 102 bekannten Fällen seit dem 1. August von unterschiedlichem Schweregrad gesprochen. 26 Hunde sind gestorben, 14 wurden obduziert. Es heißt, es gab seit dem 20. August eine signifikante Zunahme der Fälle.

Bei insgesamt 10 Hunden (davon 9 obduziert, einer lebend) wurde das Bakterium Providencia alcalifaciens festgestellt. Auch das Bakterium Clostridium perfringens wurde bei mehreren Hunden nachgewiesen (eine genaue Zahl ist nicht angegeben). Ob diese Bakterien oder eines davon die Ursache für die Krankheit sind, ist nicht bekannt.

Aktuell werden Proben von gesunden Hunden untersucht, um festzustellen, ob diese Bakterien auch bei gesunden Hunden vorkommen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen, die bisherigen Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass das der Fall ist. Ob es sich bei den erkrankten und den gesunden Hunden um die gleichen Bakterienstämme handelt, wird derzeit noch untersucht.

Als mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen wurden bisher: Algenvergiftung, durch Zecken übertragene Krankheiten, Milzbrand und Hasenpest (Tularämie), Parvovirose (auch mutierte Varianten), Giardien, Kryptosporidien, Campylobacter und Salmonellen. Ebenfalls ausgeschlossen wurden Rattengift und ähnliche spezifische Vergiftungen. Das Mattilsynet weist darauf hin, dass damit aber nicht sämtliche möglichen Vergiftungen mit natürlich vorkommenden Toxinen ausgeschlossen sind.

Bisher gibt es keine Übereinstimmungen unter den erkrankten Hunden bezüglich Alter, Rasse, Futter, Kontakt mit anderen Hunden, Spazierstrecken usw.

In den meisten Fällen, in denen es im Haushalt eines erkrankten Hundes noch weitere Hunde gibt, ist nur einer der Hunde erkrankt. Das deutet möglicherweise darauf hin, dass die Krankheit nicht hochansteckend ist.

Halter von betroffenen Hunden haben ausführliche Fragebögen erhalten, mit deren Hilfe man versuchen will, Gemeinsamkeiten in den Lebensgewohnheiten der Tiere festzustellen. Die Auswertung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem werden Aufzeichnungen zu den früheren Ausbrüche in anderen Ländern untersucht, um Hinweise auf eine mögliche Ursache der Erkrankung zu finden.

Man rechnet im Laufe der nächsten Woche mit neuen Ergebnissen der laufenden Untersuchungen. Die Untersuchungen sind breit gefächert und decken viele Bereiche ab.

Es gibt zur Zeit keine Reisebeschränkungen zwischen Norwegen und Deutschland und auch nicht innerhalb Skandinaviens.

Diese Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich versuche, den Beitrag aktuell zu halten, es kann aber sein, dass sich neue Erkenntnisse ergeben, bevor ich dazu komme, diesen Beitrag zu updaten.

Quellenangaben:
Mattilsynet – Infos zur Hunderkrankung, letztes Update 13.09. , 18:50 Uhr
Veterinærinstituttet – derzeit aktuellster Beitrag zur Hundekrankheit, letztes Update 14.09.
Veterinærinstituttet – Übersicht mit allen Beiträgen zur Hundekrankheit, letztes Update 13.09.
News-Seite vom NRK zur Hundekrankheit, letztes Update 13.09.